Wildgänse sind ein Problem - Jahreshauptversammlung des Hegering Vörden


Am 12. März 2014 fand die alljährliche Hegeringshauptversammlung im Gasthof „Zur Post“ in Vörden statt. Der Hegeringsleiter Alfons Schröder begrüßte neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern des Hegeringes Vörden auch die Waidgesellen des Hegeringes Engter und des Hegeringes Neuenkirchen.

Neben den routinemäßigen Tagungsordnungspunkten stand auch die Ehrung der Hegeringsmitglieder Alfons Groteschulte und Albert Thiesmeyer (jeweils 25 Jahre) sowie Otto Remme (40 Jahre), Hermann Steinhake (50 Jahre) und Hermann Igelmann (60 Jahre) für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Hegering durch eine Urkunde und ein entsprechendes Ständchen durch die Jagdhornbläser auf dem Plan.

Bei seinen Ausführungen regte der Hegeringsleiter die Mitglieder der Versammlung an, die eventuelle Einführung einer erweiterten Schonzeit für Wildgänse kritisch zu überdenken. Denn die Wildgänse, die sich während der Winterzeit besonders auf den Weiden und Wiedervernässungsflächen im Campemoor niederlassen, haben aktuell bei einer Fläche von etwa 20 ha Schäden in Form von starker Abäsung und Verkotung hinterlassen. In unseren Nachbarländern Holland und Belgien sind die Wildgänse aus Tierschutzgründen ganzjährig geschont. Sie dürfen nicht -wie momentan in Deutschland erlaubt- der Nahrungskette durch Bejagung zugeführt werden. Der Nachwuchs der Wildgänse wird mit Netzen eingefangen und in mobilen Gasanlagen durch Begasung bzw. durch Euthanasie unschädlich beseitigt, da sie ähnliche Schäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verursachen.

Im weiteren Verlauf des Abends referierte der Bezirksförster Martin Meyer Lührmann aus Bramsche sehr eindrucksvoll über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse hinsichtlich der Bestandssituation des Niederwildes in unserer Region. In Zusammenarbeit mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde der starke Rückgang des Niederwildes am Beispiel des Fasanes umfangreich untersucht. In diesem Zusammenhang appellierte Herr Meyer Lührmann an seine Zuhörer, die Bevölkerung, die gerne im Wald und Waldrandnähe spazieren geht, auf die Schon- und Setzzeit aufmerksam zu machen. Da die Fasanenhennen als Bodenbrüter ihre Gelege besonders gerne an Weges- und Heckenrändern platzieren, werden diese oft durch Hunde aufgestöbert und derart erschreckt, dass sie ihre Gelege im Stich lassen. Auch Krähen und Marder tragen maßgeblich zur Reduktion des Fasanenbestandes bei. Krankheitserreger konnten bis heute nicht für den dramatischen Rückgang der Fasanen verantwortlich gemacht werden.

Abschließend wies der Hegeringsleiter auf das am 21. März 2014 stattfindende, traditionelle Keilerschießen hin und bat um rege Teilnahme. Zudem finden in der ersten Aprilwoche die von den Kommunen unterstützten Umwelttage statt, an denen die Jäger des Hegeringes Vörden ihre Reviere aufräumen und achtlos im Wald entsorgte Batterien, mit Unrat gefüllte Mülltüten usw. in von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Container einsammeln.


Von links nach rechts: Alfons Schröder mit Albert Thiesmeyer, Hermann Steinhake, Alfons Groteschulte und Hermann Igelmann.
Foto: Dr. Annette Blömer